Sittliche Gesinnung für die Welt ist dringend nötig zurück
Der weisheitlich-sittliche Fundus der Menschheit ist aufzuspüren:
Die Konzeption eines Welt-Ethos (Ethos = sittliche Gesinnung) hat der Tübinger Theologe Hans Küng aufgestellt.
Am 4. September 1993 wird der Grundsatz erhoben:
Keine neue Weltordnung ohne ein Weltethos.
"Mit Weltethos meinen wir einen Grundkonsens bezüglich bestehender verbindender Werte, unverrückbarer Maßstäbe und persönlicher Grundhaltungen. Ohne einen Grundkonsens im Ethos droht jeder Gemeinschaft früher oder später das Chaos oder eine Diktatur, und einzelne Menschen werden verzweifeln."

Grundforderung:  Jeder Mensch muss menschlich behandelt werden:
Vier unverrückbare Weisungen müssen gelten:
Verpflichtung auf eine Kultur
1. der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor dem Leben.
1. der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung.
2. der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit.
3. der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau.

 
(Südkurier v. 11.3.2002) Der katholische Theologe Hans Küng (73) hat für sein Projekt „Weltethos" den Göttinger Friedenspreis erhalten. Küng habe „mit großer Überzeugungskraft immer wieder zu einem Dialog der Religionen und Kulturen aufgerufen", heißt es in der Verleihungsurkunde. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Die Laudatio hielt Bischofin Margot Käßmann.  1993 verabschiedete das Parlament der Weltreligionen in Chicago eine „Erklärung zum Weltethos", die auf Küngs Thesen beruht. Frieden unter den Religionen ist nach Küng die Voraussetzung für Frieden unter den Nationen. 1995 wurde in Tubingen die Stiftung Weltethos gegründet.        epd Theologe Hans Küng