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Werner Kirschbaum ist Laizer Ortsvorsteher seit 29. Sept. 2004
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Verabschiedung des langjährigen Laizer Ortsvorstehers L. Scheit
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Lothar Scheit: "Man muss Kompromisse machen können !"
| SIGMARINGEN-LAIZ
- (SZ v. 9.6.2004 Schoener) Er ist gerne Ortsvorsteher
von Laiz, mit Leib und Seele sozusagen. Und dabei hat Lothar Scheit auch
die weniger schönen Seiten dieser Aufgabe engagiert getragen: Wenn
zum Beispiel am freien Sonntag in aller Frühe das Telefon klingelt,
weil jemand aus dem Ort seine Hilfe braucht. Was sein muss, muss sein.
Nach 24 Jahren
ist es genug", sagt er. Und seine Entscheidung hat nichts zu tun
mit Groll oder Amtsmüdigkeit. Nach Ansicht von Lothar Scheit, mittlerweile
64 Jahre alt, sollen jetzt einfach mal Jüngere ran; was natürlich
nicht heißt, dass ich mich nicht mehr für Laiz einsetzen werde." |
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Als Ortsvorsteher
weiß er: "Man wird gesprochen und für alles verantwortllich
gemacht, was im Ort passiert - oder eben nicht passiert." Wenn zum
Beispiel die Sanierung einer Straße wieder verschoben muss, weil
im Sigmaringer Haushalt kein Geld ist. Da braucht man ein dickes
Fell", sagt Scheit und schmunzelt. Das dicke Fell hat er bekommen
in all den Jahren. |
Passiert ist eine Menge, seit Scheit am Ruder" ist. Der 64-Jährige, der im Stadtrat von Sigmaringen weitermachen wird, erinnert sich an die Ortskernsanierung und daran, wie Gelder aus einem Landesprogramm nach Laiz flossen. Doch nicht nur das: Auch der Platz vor der Turn- und Festhalle ist längst keine Schlammwüste mehr, das Rathaus und sein Vorplatz präsentieren sich modernisiert, der Adler" wurde abgebrochen, die Donaubrücke saniert - es hat sich viel getan, seit Lothar Scheit Ortsvorsteher ist. Sein Nachfolger wird's nicht leicht haben... |
Laiz lebt - und Lothar Scheit mittendrin
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SIGMARINGEN-Laiz-Heute wird er 60 Jahre alt: Lothar Scheit ist ein Mann mit Ecken und Kanten - und seit zwanzig Jähren Ortsvorsteher im größten Ortsteil der Hohenzollernstadt Die Schwäbische Zeitung besuchte ihn in seinen neuen Diensträumen im renovierten Rathaus in Laiz. Von SZ Mitarbeiter Karlheinz
Fahlbusch „Jetzet, was wellet se denn wissa ?" Lothar Scheit ist offen für alles, und wer ihm eine Frage stellt, der bekommt auch eine Antwort. „Auch wenn die den Leuten manchmal nicht gefällt", lacht er. Und Antworten, das musste im Laufe seines Ortsvorsteherdaseins mehr als genug geben. Doch das Wort „Dasein" trifft bei Scheit nicht zu. Als geborener Laizer war ihm die Entwicklung seines Heimatortes immer wichtig - und das ist bis heute so geblieben. Das Amt des Ortsvorstehers war zwar manchmal eine Last, doch er hat es nicht nebenher betrieben, sondern mit Engagement. Jetzt denkt er allerdings schon manchmal ans Aufhören. „Nach 25 Jahren mache ich Schluss", sagt er, doch ob das dann wirklich so sein wird, mal abwarten. Lothar Scheit ist von Beruf Gärtner, und da liegt ihm natürlich das Grün besonders am Herzen. Politisch allerdings nicht, denn da ist er ein Schwarzer, „auch wenn es momentan schwer ist". Scheit, der auch gewähltes Mitglied im Ortschaftsrat und Stadtrat ist, runzelt die Stirn, wenn er an die Spendenaffäre der Bundes-CDU denkt. „Bin ich froh, dass das nicht schon vor der Kommunalwahl rausgekommen ist, wir hätten keinen Stich mehr gemacht". So hat die CDU erstmals fünf Sitze im Ortschaftsrat, aber es ist halt eine Persönlichkeitswahl, „und wir sind sauber, da können sie sicher sein", stellt er fest. Scheit, der am liebsten Schweine-lendchen mit Spätzle schlemmt, ist eigentlich mehr so durch Zufall in sein Amtgerutscht. Lange war er Vorstand im Männergesangverein, hatte eigentlich keine Lust auf Ortschaftsoder Stadtrat. Er gehörte auch zu denen in Laiz, die sich vehement gegen einen Anschluß an Sigmaringen wehrten. Als die Laizer dann Zwangseingemeindet wurden, da war er „stinksauer". Inzwischen hat sich sein Zorn beruhigt, in 25 Jahren auch kein Wunder. „Wir wären ohne die Stadt Sigmaringen heute nicht weiter", sagt er und fügt hinzu, seit Wolfgang Gerstner Bürgermeister ist, sei in Laiz auch vieles gelaufen. Baugebiete, Rathaus-Renovierung und die Neugestaltung des Rathausplatzes führt er an. „In den letzten zwanzig Jahren hat sich mehr verändert als in den 100 Jahren davor", weiß er und erinnert an die desolaten Zustände im „Unterdorf". Scheit ist seit 1965 verheiratet. Seine Frau Marianne hat ihn in dieser Zeit wohl nicht so oft gesehen, denn das Ehrenamt als Ortsvorsteher nimmt schon Zeit in Anspruch. Jetzt wird es vielleicht besser, denn Scheit geht im nächsten Jahr in die Freistellungsphase. Bei seinem Arbeitgeber, der Standortverwaltung, ist sowas schon möglich. Und „dr Lothar", wie viele in Laiz ihn nennen, hat dann vielleicht mehr Zeit fürs Wandern. |
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| Im Gesangverein ist
er immer noch der 2. Tenor. In Laiz spielt er die 1. Geige, denn wenn was
los ist, dann muss der Ortsvorsteher ran. „Aber meist ist es ruhig im Ort",
sagt er. Riesige Probleme gibt es nicht, wenn man vom Mangel an Bauplätzen
absieht, aber auch da wird sich was tun. Die Stadt will von der Bundeswehr
das Gewann „Ergat" kaufen, und dann kann man in Laiz wieder bauen.
Laiz verfügt über genügend Infrastruktur und Arbeitsplätze, um nicht als „Wohndorf" dazustehen, wie so viele kleinere Gemeinden im Landkreis. Und es hat ein Asylbewerberheim. Aber„richtigenÄrger"gab' s da noch nie, wenn man von unangepaß-ter Lautstärke absieht. „In den ganzen Jahren ist nix vorgekommen", sagt Scheit, der im selben Gebäude in die Schule gegangen ist, in dem er heute am Schreibtisch des „Ortskanzlers" sitzt. Für Laiz wünscht er sich eine Generalüberholung der Halle. „Alles was Krach und Dreck macht", kommt nach Laiz zu Veranstaltungen. In den anderen Stadtteilen sind die Hallen meist neueren Datums. Da sind bestimmte Veranstaltungen nicht so gerne gesehen. „Aber die Jungen, die müssen halt irgendwo ihre Parties machen", hat Scheit Verständnis. |