Das
Laizer Backhaus hat eine lange Tradition. Es wurde 1843 erbaut, ist also
über 150 Jahre alt und kostete 1364 Gulden und 37 Kreuzer. Bis nach
dem Kriege, bis 1955, wurde von der Laizer Bevölkerung das Grundnahrungsmittel
Brot im Gemeindebackofen gebacken. An 3 Tagen in der Woche und jeweils
um 9:00 Uhr, 11:00 Uhr und 14:00 Uhr konnten die Laizer Hausfrauen den
Teig in ihren Strohkörben herbeibringen. Angeheitzt wurde der Backofen
vom Laizer Strassenkehrer und dem Hägefutterer. Diese beiden Männer
waren Gemeindearbeiter und hatten neben ihren üblichen Tätigkeiten
die Aufgabe, das Backhaus betriebsbereit zu halten.
Heute
wird das Brotbacken von den Laizer "Balkenstreckern", das ist die Laizer
Narrenzunft, weiterhin in Tradition gepflegt. Alle 4 Wochen können
interessierte HobbybäckerInnen ihren Teig für Brot und Dennetle
(das sind dünne Brotfladen) herbeibringen und im Holzofen backen lassen
- wie zu Omas Zeiten. Und so lecker wie früher schmeckt es auch. Frisch
gebackenes Brot aus den Holzbackofen hat einen unvergleichlich aromatischen
Geschmack. Wer das mal probiert hat, bringt seinen Teig immer wieder und
ist Abonnent beim Ehrenpräsident Karl Rebholz, der in diesen Tagen
die Anmeldungen entgegennimmt und auch den Ofen anheizt.
Ehrenpräsident Karl Rebholz legt die
Holzscheite für den Backofen bereit.
Die Schamottesteine der Backofendecke, welche
die Hitze speichern, sind oberhalb der Glut gut zu erkennen. Diese Baulichkeit
ist ein kleines Kunstwerk!
Walter Müller, der Schatzmeister der Narrenzunft, schiebt die Glut nach gut anderthalb Stunden aus dem Ofen in einen speziellen Blechkasten. Die Hitze vor dem Ofenloch ist fast unerträglich. Ehrenamtlich arbeiten die Zunftmitglieder im Laizer Backhaus und die Laizer Hobbybäcker danken es ihnen.
Narrenpräsident Erwin Rebholz hudelt
den Backofen aus. Mit einem nassen Lappen, der an einer langen Stange befestigt
ist, wird der Backofenboden von Resten der Holzkohle gesäubert. So
kommen die Brotlaibe dann auf den sauberen Schamottesteinen zum liegen.
Der
Brotteig "geht" noch in den Körben, bis der Ofen wie oben beschrieben
vorbereitet ist. Werden viele Brote angeliefert, ist die Hausfrau gut beraten,
einen Namenszettel anzubringen.
Auch
die
Dennetle liegen auf den Backhaus-Regalen bereit. Sie werden noch vor dem
Brotteig in den Ofen eingeschossen und sind schon nach 3-5 Minuten fertiggebacken.
Die meisten Dennetle, mit Spreck oder Käse verfeinert, werden sofort
im Backhausstüble nebenan beim regen Austausch von Ortsneuigkeiten
verzehrt. Besonders die Kinder schätzen dieses kleine Fest.
Walter Müller als Bäcker kippt den
Teig auf die Backschaufel. Mittels dieses Gerätes kann der Laib eingeschossen
und bis nach hinten in den Backofen geschoben werden. Im Ofen haben
30 bis 35 Laibe Platz, die in 5 Viertelstunden knusprig gebacken sind.
Im Laizer Backhaus sind zwei Öfen betriebbereit. So können bis
zu 65 Brote zur selben Zeit gebacken werden.
| Ein Rezept mit kleiner Menge
zum Selberbacken und Experimentieren: 200 gr. Brotmehl Typ 1150, 170 gr. Roggenmehl, 170 gr. Dinkelmehl, 15 gr. Hefe, 2 schwache Kaffeelöffel Salz, 350 ml lauwarmes Wasser. Alles gut durchkneten und gehen lassen; dann nochmals kurz kneten; dabei evtl. noch 40 gr. Sonnenblumenkerne einarbeiten. Einen Laib formen und bei 200 Grad eine gute Stunde backen. Dieses Rezept eignet sich auch ganz gut für Brotbackautomaten. |